Arbeitslosigkeit hat viele Ursachen, die nichts mit Faulheit zu tun haben, darunter Strukturwandel, fehlende passende Stellen vor Ort, Krankheit, Alter und Betreuungspflichten. In manchen Regionen und Branchen gibt es deutlich mehr Bewerber als offene Stellen. Die meisten Arbeitslosen wollen arbeiten und bewerben sich aktiv. Die Pauschale von der Faulheit widerspricht der Arbeitsmarktforschung.
Die immer gleichen Parolen, sachlich mit Quellen entkräftet. Stimme ab, was du am häufigsten hörst.
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Top 100
- #10Fakt
- #20Stammtisch sagt
Die da oben regieren uns und verdienen das meiste Geld
FaktAbgeordnete und Regierungsmitglieder werden nach transparenten, gesetzlich geregelten Bezügen entlohnt, die deutlich unter den Spitzeneinkommen der Wirtschaft liegen. Die höchsten Einkommen und Vermögen konzentrieren sich bei privaten Unternehmern und Kapitaleigentümern, nicht bei Berufspolitikern. Regierungshandeln ist zudem an Parlament, Gerichte und Wahlen gebunden.
- #30Fakt
Der Mittelstand trägt einen großen Teil der Wirtschaftsleistung und Beschäftigung in Deutschland und wird durch zahlreiche Förderprogramme unterstützt. Bürokratie und Steuerlast sind reale Belastungen, aber es gibt keinen gezielten Plan, kleine Betriebe zu zerstören. Dass einzelne Großkonzerne durch internationale Gestaltung wenig Steuern zahlen, ist ein bekanntes Problem, gegen das mit einer globalen Mindeststeuer vorgegangen wird. Ungleiche Belastung ist ein Politikproblem, kein geheimer Vernichtungsplan.
- #40Stammtisch sagt
Früher war alles besser und sicherer als heute
FaktViele objektive Kennzahlen sind heute besser als in früheren Jahrzehnten, darunter die Lebenserwartung, die Kindersterblichkeit, der Wohlstand und die medizinische Versorgung. Die Gewaltkriminalität liegt in Deutschland langfristig nicht höher als früher, in mehreren Bereichen sogar niedriger. Nostalgie blendet Belastungen der Vergangenheit wie schlechtere Arbeitsbedingungen oder Umweltverschmutzung oft aus. Der Eindruck früherer Idylle beruht stark auf selektiver Erinnerung.
- #50Fakt
In aller Regel bleibt einem Erwerbstätigen deutlich mehr als der Grundsicherung, weil das Lohnabstandsgebot berücksichtigt wird und Beschäftigte zusätzlich Freibeträge, Wohngeld und Kinderzuschlag nutzen können. Das Bürgergeld deckt das gesetzlich definierte Existenzminimum, nicht mehr. Vergleiche, die nur das Nettogehalt gegen die volle Sozialleistung stellen, blenden diese Zusatzleistungen aus. Arbeit lohnt sich in der Regel finanziell.
- #60Stammtisch sagt
Die junge Generation will gar nicht mehr richtig arbeiten
FaktDie Erwerbsbeteiligung junger Menschen in Deutschland ist hoch, viele arbeiten, studieren oder machen eine Ausbildung. Wünsche nach flexibleren Arbeitszeiten oder Homeoffice bedeuten nicht Arbeitsunwilligkeit, sondern veränderte Vorstellungen von guter Arbeit. Klagen über die faule Jugend sind historisch belegt und wurden schon vor Jahrzehnten geäußert. Produktivitäts- und Ausbildungszahlen widersprechen dem Vorurteil.
- #70Fakt
Die Sanktionen treffen Russland deutlich, etwa durch eingefrorene Zentralbankreserven, wegbrechende Technologieimporte und geringere Einnahmen. Deutschland und die EU spürten Folgen vor allem über die Energiepreise, konnten sich aber schneller als erwartet von russischem Gas lösen. Ein Ruin der deutschen Wirtschaft ist nicht eingetreten. Sanktionen sind ein bewusst in Kauf genommenes Mittel, das beide Seiten trifft, Russland aber stärker.
- #80Fakt
Die Pünktlichkeitsprobleme der Deutschen Bahn sind real und gut dokumentiert, vor allem im Fernverkehr. Sie sind aber vor allem Folge eines über Jahrzehnte unterfinanzierten und überlasteten Netzes, das nun saniert wird, kein Zeichen eines Staatszerfalls. Die Verklärung, früher sei alles pünktlich gewesen, hält einem Blick in ältere Statistiken nicht stand. Zugleich arbeiten Bereiche wie Gesundheitsversorgung, Sicherheit und Verwaltung weiter.
- #90Fakt
Deutschland ist als größte EU-Volkswirtschaft ein bedeutender Nettozahler in den EU-Haushalt, profitiert aber zugleich stark vom Binnenmarkt und offenen Handelswegen. Die Nettobeiträge liegen bei einem kleinen Teil der Wirtschaftsleistung, nicht bei einer Verschleuderung ins Uferlose. Entwicklungs- und EU-Mittel sind an Zwecke und Kontrollen gebunden. Das Bild vom ausgenommenen Zahlmeister blendet den wirtschaftlichen Nutzen der Mitgliedschaft aus.
- #100Fakt
Die Europäische Zentralbank plant einen digitalen Euro als Ergänzung zum Bargeld, nicht als Ersatz. Bargeld bleibt gesetzliches Zahlungsmittel, einen Abschaffungsbeschluss gibt es nicht. Nach den vorgelegten Entwürfen soll der digitale Euro Datenschutz gewährleisten und gerade keine Überwachung aller Zahlungen ermöglichen. Ein Sperren von Konten auf Knopfdruck nach chinesischem Vorbild ist nicht vorgesehen.
