Über dieses Projekt
Stammtischbingo gibt dir Argumente. Zu jeder verbreiteten Parole steht hier die Entkräftung, fertig belegt, abrufbar in dem Moment, in dem du sie brauchst.
Gebraucht wird sie überall. Bei der Familienfeier, in der Kantine, beim Friseur, im Taxi, in der WhatsApp-Gruppe. Unter TikTok-Videos, in weitergeleiteten Telegram-Sprachnachrichten, ins Mikrofon einer Demo gesprochen. Und die Sätze sind fast immer dieselben: dieselbe Formulierung, dieselbe Zahl, dieselbe angebliche Quelle. Es sind keine tausend verschiedenen Behauptungen. Es sind ein paar Dutzend, die immer wiederkehren.
Genau die stehen hier. Oben, was behauptet wird. Darunter, was sich belegen lässt, mit Gerichtsurteilen, amtlichen Statistiken, Gesetzestexten und Studien. Jede Quelle ist verlinkt. Du musst uns nichts glauben, und dein Gegenüber muss es auch nicht. Genau das macht das Argument stark: Es steht nicht auf unserem Wort, sondern auf einem Dokument, das jeder selbst aufrufen kann.
Seit Kurzem kommt bei vielen Einträgen ein dritter Teil dazu: der psychologische Hintergrund. Er beantwortet nicht, was an der Behauptung falsch ist, das steht schon im Beleg darüber. Er beantwortet, warum der Satz trotzdem wirkt: welcher Mechanismus dahintersteckt, wenn jemand an einer Parole festhält, obwohl der Gegenbeweis direkt vor ihm liegt. Bestätigungsfehler, Verfügbarkeitsheuristik, Sündenbockdenken, Statusbedrohung: Diese Muster sind selbst wissenschaftlich untersucht und belegt, genauso wie die Fakten, die sie begleiten.
Das ist kein Zusatz, sondern oft der eigentliche Grund, warum reine Fakten so wenig bewirken. Wer eine falsche Behauptung glaubt, glaubt sie selten aus Mangel an Information. Er glaubt sie, weil sie zu etwas passt: zur eigenen Gruppe, zur eigenen Angst, zum Bedürfnis nach einer einfachen Erklärung für eine komplizierte Welt. Ein Faktencheck, der nur den Irrtum zeigt, übersieht dieses Bedürfnis und wird deshalb oft abgewehrt statt angenommen. Wer zusätzlich versteht, welcher Mechanismus im Spiel ist, kann das Gespräch anders führen: nicht als Angriff auf eine Meinung, sondern als Angebot, einen Denkfehler zu erkennen, den unter passenden Umständen alle Menschen machen, unabhängig von Bildung oder Absicht.
Wer jeder Tagesschau misstraut und einer weitergeleiteten Sprachnachricht nicht, hat sich nicht selbst informiert. Er hat nur die Seite gewechselt, der er ungeprüft glaubt.
Eine Falschbehauptung ist in einem Satz gesagt. Sie zu entkräften braucht einen Beleg, und den zu finden kostet eine Viertelstunde, die man mitten im Gespräch nicht hat. Deshalb bleibt der Unsinn meistens stehen. Hier ist diese Viertelstunde schon investiert, hundertfach.
Über die Abstimmung markierst du, welche Parolen dir am häufigsten begegnen. Die verbreitetsten stehen dadurch oben.
Und dann: weitergeben. Ein Argument, das niemand zu sehen bekommt, entkräftet nichts. Jeder Eintrag hat einen Teilen-Knopf. Schick den Link, wenn dir die Parole das nächste Mal begegnet, in die Familiengruppe, unter den Kommentar, als Antwort auf den weitergeleiteten Screenshot.
Die Inhalte werden redaktionell gepflegt. Vorschläge aus dem öffentlichen Einreichungsformular werden vor der Veröffentlichung geprüft, Quellen von Hand verifiziert.