Jedes Volk muss kulturell und genetisch getrennt bleiben, sonst geht die deutsche Kultur unter
Der sogenannte Ethnopluralismus ist eine Neuverpackung rassistischen Denkens: Statt von höher- und minderwertigen Rassen wird von unvereinbaren, rein zu haltenden Kulturen gesprochen, das Ziel der Ausgrenzung bleibt dasselbe. Wissenschaftlich gibt es keine biologisch trennbaren Menschenrassen, die genetische Vielfalt innerhalb von Gruppen ist größer als zwischen ihnen. Kulturen standen immer im Austausch und verändern sich, das ist kein Untergang, sondern normal. Der Verfassungsschutz ordnet den Ethnopluralismus dem Rechtsextremismus zu. Der Begriff dafür ist beschrieben und seine Herkunft auch: Wo ältere Rechte „Deutschland den Deutschen“ riefen, sagt die neue Rechte Ethnopluralismus und meint dasselbe. Das Wort Rasse kommt nicht mehr vor, an seine Stelle treten Kultur, Volk und Ethnie, während die Forderung dieselbe bleibt, nämlich dass alle das Land verlassen sollen, die nicht dazugezählt werden.
Statusbedrohung
Die Behauptung, ohne strikte kulturelle und genetische Trennung gehe die deutsche Kultur unter, artikuliert direkt die Furcht einer bislang gesellschaftlich dominanten Gruppe, ihre Position durch Vielfalt und demografischen Wandel zu verlieren. Der als Ethnopluralismus bekannte Ansatz der Neuen Rechten verpackt diese Statusangst in kulturelle statt biologische Begriffe, das Muster der als bedroht wahrgenommenen Vormachtstellung bleibt gegenüber älteren, offen biologistischen Rassismusformen jedoch im Kern dasselbe.
Statusbedrohung beschreibt die Furcht traditionell bevorzugter gesellschaftlicher Gruppen, ihre relative Position in der sozialen Hierarchie zu verlieren. Diese Angst entsteht nicht zwingend durch eigene wirtschaftliche Not, sondern durch die Wahrnehmung, dass frühere Vorrechte durch demografischen Wandel, wachsende Vielfalt oder einen Bedeutungsverlust der eigenen Gruppe schwinden. Wer sich im eigenen Status bedroht fühlt, ist empfänglicher für politische Botschaften, die diesen vermeintlichen Abstieg klar benennen und einer Gruppe zuschreiben. In Studien erwies sich dieser Effekt bei entsprechendem Wahlverhalten als stärker denn rein ökonomische Erklärungen.