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Parole

Der digitale Euro soll das Bargeld abschaffen um Bürger total zu kontrollieren

Fakt

Die Europäische Zentralbank plant einen digitalen Euro als Ergänzung zum Bargeld, nicht als Ersatz. Bargeld bleibt gesetzliches Zahlungsmittel, einen Abschaffungsbeschluss gibt es nicht. Nach den vorgelegten Entwürfen soll der digitale Euro Datenschutz gewährleisten und gerade keine Überwachung aller Zahlungen ermöglichen. Ein Sperren von Konten auf Knopfdruck nach chinesischem Vorbild ist nicht vorgesehen.

Psychologischer Hintergrund

Kompensatorisches Kontrollbedürfnis

Der Wegfall von Bargeld als greifbarem, selbstbestimmtem Zahlungsmittel wird als Kontrollverlust erlebt, den die Parole durch die Vorstellung einer einzigen, absichtsvoll kontrollierenden Instanz kompensiert. Ein Bild gezielter Überwachung wirkt geordneter und beherrschbarer als das tatsächliche EZB-Projekt, das den digitalen Euro laut Faktencheck ausdrücklich als Ergänzung zum weiterhin gesetzlichen Zahlungsmittel Bargeld plant und dabei Datenschutz sowie den Verzicht auf eine Kontosperrung nach chinesischem Vorbild vorsieht.

Menschen haben ein grundlegendes Bedürfnis, ihre Umwelt als geordnet und vorhersehbar wahrzunehmen. Wird dieses Gefühl persönlicher Kontrolle erschüttert, etwa durch wirtschaftliche Unsicherheit oder gesellschaftlichen Wandel, suchen sie nach Ersatzstrukturen, um die verlorene Ordnung wiederherzustellen. Das kann durch stärkeren Glauben an mächtige Institutionen oder eine lenkende höhere Macht geschehen, aber auch durch Verschwörungserzählungen, die zumindest eine schlüssige, wenn auch falsche, Erklärung liefern. Studien zeigen, dass Kontrollverlust die Neigung verstärkt, Muster und Absichten selbst dort zu erkennen, wo objektiv keine bestehen.