In Deutschland gilt ausschließlich das im Grundgesetz verankerte staatliche Recht, die Einführung der Scharia als Rechtsordnung ist ausgeschlossen und steht nicht zur Debatte. Menschen mit Migrationshintergrund sind ein fester Teil der Gesellschaft, viele sind hier geboren und deutsche Staatsbürger. Mehrsprachigkeit im Alltag ist kein Zeichen eines Untergangs, sondern in Einwanderungsgesellschaften normal. Der Begriff Überfremdung stammt aus dem rechtsextremen Sprachgebrauch und wurde zum Unwort erklärt.
Statusbedrohung
Die Formulierung 'Fremde im eigenen Land' beschreibt kein konkretes Ereignis, sondern den gefühlten Verlust der eigenen kulturellen Vormachtstellung durch demografischen und sprachlichen Wandel. Die Zuspitzung auf eine angeblich drohende Scharia-Herrschaft macht diesen empfundenen Bedeutungsverlust der eigenen Gruppe zu einer konkret benannten, dramatisch zugespitzten Bedrohung.
Statusbedrohung beschreibt die Furcht traditionell bevorzugter gesellschaftlicher Gruppen, ihre relative Position in der sozialen Hierarchie zu verlieren. Diese Angst entsteht nicht zwingend durch eigene wirtschaftliche Not, sondern durch die Wahrnehmung, dass frühere Vorrechte durch demografischen Wandel, wachsende Vielfalt oder einen Bedeutungsverlust der eigenen Gruppe schwinden. Wer sich im eigenen Status bedroht fühlt, ist empfänglicher für politische Botschaften, die diesen vermeintlichen Abstieg klar benennen und einer Gruppe zuschreiben. In Studien erwies sich dieser Effekt bei entsprechendem Wahlverhalten als stärker denn rein ökonomische Erklärungen.