Ukrainische Geflüchtete machen Sozialtourismus, fahren dicke SUV und fliegen zum Zähneputzen heim
Geflüchtete aus der Ukraine erhalten Grundsicherung auf dem Niveau einheimischer Bedürftiger, kein Luxusgeld. Wer ein Auto besitzt, hat es meist aus der Heimat mitgebracht, das ist kein Zeichen von Reichtum. Kurze Reisen in die Ukraine sind rechtlich möglich, widerlegen aber die Fluchtgründe nicht, viele besuchen Angehörige in umkämpften Regionen. Der Begriff Sozialtourismus ist ein abwertender Kampfbegriff ohne statistische Grundlage.
Suendenbock-Mechanismus unter relativer Deprivation
Die Bilder von SUVs und Kurzflügen sollen belegen, dass Ukrainer den Sozialstaat unberechtigt ausnutzen, während die eigene wirtschaftliche Lage angespannt bleibt. Reale strukturelle Probleme wie Wohnungsnot oder Inflation werden so auf eine vergleichsweise schwache, greifbare Gruppe verschoben, die tatsächlich nur reguläre Grundsicherung auf dem Niveau einheimischer Bedürftiger erhält.
Relative Deprivation bezeichnet das Gefuehl, im Vergleich zu einer Referenzgruppe oder zu den eigenen Erwartungen benachteiligt zu sein, unabhaengig von der tatsaechlichen materiellen Lage. Dieses Gefuehl erzeugt Frustration, die sich nach der Theorie der Suendenbocksuche nicht gegen die eigentliche, oft zu maechtige oder zu diffuse Ursache richtet, sondern auf ein schwaecheres, greifbares Ziel verschoben wird. Historisch und empirisch zeigt sich dieses Muster besonders in Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit, wenn eine erkennbar andere und wenig durchsetzungsfaehige Gruppe fuer Probleme verantwortlich gemacht wird, die tatsaechlich strukturelle oder komplexe Ursachen haben. Die Schuldzuweisung schuetzt dabei das eigene Selbstbild, weil Rueckschlaege extern statt in der eigenen Verantwortung verortet werden.