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Parole

Social-Media-Plattformen zensieren gezielt nur konservative oder rechte Meinungen

Fakt

Plattformen löschen Inhalte in erster Linie wegen Verstößen gegen Gesetze oder ihre Regeln, etwa bei Volksverhetzung, Gewaltaufrufen oder Desinformation, unabhängig von der politischen Richtung. Untersuchungen zeigen, dass Algorithmen reichweitenstarke, emotionale und oft gerade empörende Inhalte eher verstärken als unterdrücken. Eine gelöschte Regelverletzung ist keine politische Zensur. Die Betreiber sind private Unternehmen, kein staatlicher Zensor.

Psychologischer Hintergrund

Verfügbarkeitsheuristik

Fälle gelöschter rechter oder konservativer Inhalte werden innerhalb der eigenen Filterblase besonders oft geteilt und diskutiert und sind deshalb leicht abrufbar, wodurch sie als repräsentativ für ein systematisches Muster erscheinen. Löschungen anderer politischer Richtungen, die ebenso vorkommen, bleiben in derselben Blase weit weniger präsent und werden deshalb seltener wahrgenommen.

Die Verfügbarkeitsheuristik beschreibt die Tendenz, die Häufigkeit oder Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses danach einzuschätzen, wie leicht einem passende Beispiele dafür einfallen. Ereignisse, die emotional einprägsam, kürzlich erlebt oder medial präsent sind, wirken dadurch häufiger oder wahrscheinlicher, als sie tatsächlich sind. Der Mechanismus wurde von den Psychologen Amos Tversky und Daniel Kahneman beschrieben und zählt zu den grundlegenden kognitiven Heuristiken, mit denen Menschen unter Unsicherheit schnelle Urteile fällen. Da seltene, aber auffällige Ereignisse leichter abrufbar sind als häufige, aber unauffällige, führt die Heuristik systematisch zu Fehleinschätzungen von Risiken.