Es gibt keinen Beleg für eine flächendeckende Bestechung von Journalisten. Redaktionen unterliegen dem Pressekodex, der Trennung von Werbung und Redaktion sowie interner Kontrolle, Verstöße werden vom Deutschen Presserat gerügt. Fehler und Fehleinschätzungen kommen vor, sind aber etwas anderes als bezahlte Propaganda. Einzelne Korruptionsfälle werden aufgedeckt und geahndet, oft gerade von anderen Journalisten.
Negativitätsverzerrung
Weil bedrohliche und alarmierende Nachrichten ohnehin schneller wahrgenommen und stärker beachtet werden als beruhigende, wirkt die Berichterstattung insgesamt überproportional angstbesetzt. Diese durch Negativitätsverzerrung verstärkte Wahrnehmung wird dann nicht der eigenen Aufmerksamkeitsverzerrung, sondern einer bezahlten, absichtlichen Panikmache der Journalisten zugeschrieben.
Die Negativitätsverzerrung beschreibt die Tendenz, negativen Informationen, Ereignissen und Erfahrungen mehr Gewicht zu geben als positiven von vergleichbarer Intensität. Negative Reize werden schneller wahrgenommen, stärker beachtet und länger erinnert als positive, dieser Effekt zeigt sich bereits im Säuglingsalter. Er gilt als evolutionär erklärbar, weil das rechtzeitige Erkennen von Gefahren überlebenswichtiger war als das Erkennen positiver Gelegenheiten. In der Nachrichtennutzung führt die Verzerrung dazu, dass bedrohliche oder alarmierende Meldungen besonders viel Aufmerksamkeit und gefühlte Glaubwürdigkeit erhalten.
Beleg zu diesem Mechanismus:
- Not All Emotions Are Created Equal: The Negativity Bias in Social-Emotional Development (Psychological Bulletin, via PMC (National Library of Medicine), 2008)
- Cross-national evidence of a negativity bias in psychophysiological reactions to news (Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), via PMC, 2019)