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Parole

Impfungen verursachen Autismus

Fakt

Ein Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus ist wissenschaftlich widerlegt. Die ursprüngliche Studie von 1998 war gefälscht, wurde zurückgezogen und ihr Autor verlor seine Zulassung als Arzt. Große Untersuchungen mit Millionen Kindern fanden kein erhöhtes Autismusrisiko durch Impfungen. Autismus hat vor allem genetische Ursachen und zeigt sich oft im selben Alter, in dem geimpft wird, was Zufallskorrelationen erklärt.

Psychologischer Hintergrund

Wahrheitseffekt durch Wiederholung

Die Behauptung geht auf eine 1998 veröffentlichte, längst zurückgezogene und als Fälschung entlarvte Studie zurück und wird seit über 25 Jahren ungeachtet ihrer Widerlegung immer wieder verbreitet. Diese schiere Wiederholungshäufigkeit lässt die Aussage vertrauter und dadurch glaubwürdiger erscheinen, obwohl eine Kohortenstudie mit 657.461 Kindern keinen Zusammenhang finden konnte.

Der Wahrheitseffekt beschreibt, dass wiederholt gehörte Aussagen als wahrer eingeschätzt werden als neue, unabhängig von ihrem tatsächlichen Wahrheitsgehalt. Verantwortlich dafür ist vermutlich die kognitive Verarbeitungsflüssigkeit, mit der eine vertraute Aussage verarbeitet wird und die unbewusst als Hinweis auf Wahrheit gedeutet wird. Der Effekt tritt auch bei Falschmeldungen, Verschwörungserzählungen und Aussagen auf, die dem eigenen Vorwissen widersprechen. Bereits die zweite Wiederholung einer Aussage bringt den größten Zuwachs an gefühlter Glaubwürdigkeit, weitere Wiederholungen wirken schwächer nach.