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Parole

Die Ukraine ist gar kein echter Staat sondern gehört historisch zu Russland

Fakt

Russland selbst hat die Ukraine als Staat behandelt. Am 5. Dezember 1994 unterzeichneten Russland, die USA und das Vereinigte Königreich in Budapest ein Memorandum über Sicherheitszusagen im Zusammenhang mit dem Beitritt der Ukraine zum Atomwaffensperrvertrag. Es ist bei den Vereinten Nationen unter der Nummer 52241 als Vertrag registriert und dort nachlesbar. Die UN-Generalversammlung bekräftigte am 2. März 2022 mit 141 Stimmen Souveränität, Einheit und territoriale Unversehrtheit der Ukraine in ihren international anerkannten Grenzen. Wer einem Land Sicherheitszusagen gibt und dessen Beitritt zu einem Vertrag mitunterschreibt, erkennt es damit als Staat an.

Psychologischer Hintergrund

Kollektiver Narzissmus

Die Behauptung speist sich aus einer überhöhten Vorstellung historischer Größe, der zufolge das ukrainische Staatsgebiet eigentlich zu Russland gehöre. Die international anerkannte und von Russland selbst 1994 im Budapester Memorandum mitunterzeichnete Souveränität der Ukraine wird dabei als Kränkung des eigenen Großmachtanspruchs empfunden und deshalb geleugnet.

Kollektiver Narzissmus, ein Konzept der Sozialpsychologin Agnieszka Golec de Zavala, beschreibt eine emotionale Investition in die unrealistische Ueberzeugung, die eigene Gruppe sei aussergewoehnlich und verdiene besondere Anerkennung, die ihr von aussen jedoch verweigert wird. Anders als ein gesundes, stabiles Gruppenselbstwertgefuehl geht kollektiver Narzissmus mit staendiger Wachsamkeit gegenueber vermeintlichen Kraenkungen und Bedrohungen der Gruppe einher. Empirisch sagt kollektiver Narzissmus, nicht aber individueller Narzissmus, Aggression gegenueber Fremdgruppen voraus, vermittelt ueber wahrgenommene Bedrohung von aussen und wahrgenommene Beleidigung der Eigengruppe. Dadurch werden selbst kleinere Kritik oder ausbleibende Anerkennung leicht als feindlicher Angriff gedeutet, was die Bereitschaft erhoeht, kompromisslose oder aggressive Erklaerungen und Reaktionen zu akzeptieren.