Dass viele Medien ähnlich über dasselbe Ereignis berichten, liegt oft daran, dass sie sich auf seriöse Nachrichtenagenturen wie dpa, Reuters oder AFP stützen, die selbst nach strengen Standards recherchieren. Übereinstimmung bei nachprüfbaren Fakten ist ein Zeichen von Verlässlichkeit, nicht von Gleichschaltung. Zugleich gibt es eigene Recherchen, Kommentare und konkurrierende Einordnungen. Wer verschiedene Quellen vergleicht, erkennt deutliche Unterschiede in Auswahl und Bewertung.
Illusorische Musterwahrnehmung (Apophänie)
Dass unabhängige Redaktionen bei denselben Fakten oft ähnlich berichten, liegt strukturell an der gemeinsamen Nutzung von Agenturmeldungen wie dpa, Reuters oder AFP, wird aber als absichtlich gleichgeschaltetes Muster gedeutet. Die tatsächlich vorhandenen Unterschiede in Kommentaren, Auswahl und eigener Recherche werden dabei ausgeblendet, weil sie das vermeintliche Muster stören würden.
Menschen neigen dazu, in zufälligen oder unzusammenhängenden Informationen bedeutungsvolle Muster und Zusammenhänge zu erkennen, auch wenn keine existieren. Besonders ausgeprägt ist diese Tendenz, wenn Menschen das Gefühl von Kontrolle über ihre Lebenssituation verlieren. Kontrollverlust erhöht nachweislich die Neigung, Bilder in Zufallsrauschen zu sehen, Verschwörungen zu vermuten oder Aberglauben zu entwickeln. Der Mechanismus dient dabei offenbar dazu, ein Gefühl von Ordnung und Vorhersagbarkeit wiederherzustellen.