Eine gezielte Bevölkerungsreduktion müsste sich in den Zahlen zeigen, und die sind öffentlich. Das Paul-Ehrlich-Institut hat über 197 Millionen Impfungen ausgewertet und dabei keine Häufung von Fruchtbarkeitsstörungen festgestellt. Die Geburtenstatistik des Statistischen Bundesamts weist ebenfalls kein Muster aus, das einer gezielten Dezimierung entspräche. Geburtenzahlen schwanken seit Jahrzehnten mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Faktoren, nicht mit Impfkampagnen.
Proportionalitätsfehlschluss
Eine weltweite Pandemie mit Milliarden Geimpften und tiefen Eingriffen in den Alltag erscheint vielen zu gravierend, um allein durch ein Virus und eine gewöhnliche Gesundheitskampagne erklärt zu sein. Die Vorstellung einer gezielten Bevölkerungsreduktion liefert eine dem wahrgenommenen Ausmaß des Ereignisses proportionalere Ursache als die tatsächliche, unspektakuläre Erklärung schwankender Geburtenraten.
Der Proportionalitätsfehlschluss beschreibt die intuitive Annahme, dass folgenschwere Ereignisse auch entsprechend große, bedeutsame Ursachen haben müssen. Eine banale oder zufällige Erklärung wird bei einem historisch einschneidenden Ereignis als unbefriedigend empfunden, selbst wenn sie zutreffend ist. Studien zeigen, dass Menschen eine Verschwörungserklärung eher akzeptieren, wenn die Folgen eines Ereignisses gravierend waren, etwa bei einem tödlich verlaufenen statt einem gescheiterten Attentat. Dahinter steht unter anderem das Bedürfnis, Kontrolle und Sinnhaftigkeit in einer komplexen Welt zu bewahren.