Stammtischbingo
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Parole

Die Chefs von ARD und ZDF sind alle in der SPD oder bei den Grünen

Fakt

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird von Aufsichtsgremien kontrolliert, die bewusst plural besetzt sind, mit Vertretern vieler gesellschaftlicher Gruppen und Parteien. Das Bundesverfassungsgericht hat den Anteil staatlicher und parteinaher Mitglieder in diesen Gremien sogar begrenzt, um Staatsferne zu sichern. Einzelne Personen haben politische Ansichten, das macht die Sender aber nicht zu Parteisendern. Programmauftrag und Ausgewogenheit sind gesetzlich vorgeschrieben.

Psychologischer Hintergrund

Bestätigungsfehler

Die Verallgemeinerung auf alle stützt sich auf einzelne, gut erinnerte Fälle von Führungspersonen mit erkennbarer Parteinähe, während die durch das Bundesverfassungsgericht begrenzte, bewusst plural besetzte Zusammensetzung der Aufsichtsgremien, die diese Führungspositionen mitbestimmen, als Gegenbeleg übersehen wird. So bestätigt jede passende Personalie den Verdacht, jede unpassende fällt aus dem Blick.

Der Bestätigungsfehler bezeichnet die Tendenz, Informationen so zu suchen, zu interpretieren und zu erinnern, dass sie bereits bestehende Überzeugungen stützen. Passende Informationen werden dabei oft unkritisch übernommen, während widersprechende Fakten übersehen, abgewertet oder besonders strengen Prüfungen unterzogen werden. Der Effekt betrifft grundsätzlich alle Menschen unabhängig von Bildung oder Intelligenz und wirkt meist unbewusst. Er verstärkt sich, wenn eine Überzeugung emotional bedeutsam oder Teil der eigenen Identität ist.