Stammtischbingo
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Parole

Der Westen brach die Zusage von 1990, die NATO nicht nach Osten zu erweitern, und kesselte Russland ein

Fakt

Ein rechtlich bindendes Versprechen, die NATO werde sich nicht nach Osten erweitern, gibt es nicht, weder im Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990 noch in einem anderen Abkommen. Mündliche Äußerungen aus den Verhandlungen bezogen sich auf die damalige Lage in Deutschland, nicht auf spätere Beitritte. Die osteuropäischen Staaten traten der NATO aus eigenem, souveränem Entschluss bei, oft aus Furcht vor russischer Aggression. Ein Verteidigungsbündnis an der Grenze rechtfertigt zudem keinen Angriffskrieg.

Psychologischer Hintergrund

Bestätigungsfehler

Die Erzählung stützt sich auf mündliche, aus dem Kontext der Verhandlungen von 1990 gelöste Aussagen westlicher Politiker und blendet aus, dass weder der Zwei-plus-Vier-Vertrag noch ein anderes Abkommen eine rechtlich bindende Zusage zur NATO-Osterweiterung enthält. Passende Anekdoten werden aufgegriffen, der eindeutige Vertragstext dagegen ignoriert.

Der Bestätigungsfehler bezeichnet die Tendenz, Informationen so zu suchen, zu interpretieren und zu erinnern, dass sie bereits bestehende Überzeugungen stützen. Passende Informationen werden dabei oft unkritisch übernommen, während widersprechende Fakten übersehen, abgewertet oder besonders strengen Prüfungen unterzogen werden. Der Effekt betrifft grundsätzlich alle Menschen unabhängig von Bildung oder Intelligenz und wirkt meist unbewusst. Er verstärkt sich, wenn eine Überzeugung emotional bedeutsam oder Teil der eigenen Identität ist.