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Google löscht positive Nachrichten über Konservative aus den Suchergebnissen

Fakt

Groß angelegte Prüfungen der Trefferlisten finden keine parteiische Bevorzugung. Eine Untersuchung der Universität Stanford wertete über ein halbes Jahr die Ergebnisse zu allen Kandidaten der US-Wahl 2018 aus, rund vier Millionen Adressen, und fand keine systematische Benachteiligung eines der beiden Lager; Quellen von beiden Rändern des Spektrums erschienen. Was solche Prüfungen finden, ist eine Tendenz zu etablierten, reichweitenstarken Angeboten, und die trifft kleine Seiten unabhängig von ihrer politischen Richtung. Sinkende Reichweite folgt in der Regel aus geänderten Rangfolgekriterien, was von außen wie eine Löschung aussieht, aber keine ist.

Psychologischer Hintergrund

Bestätigungsfehler

Einzelne Erfahrungen mit sinkender Reichweite werden als Bestätigung einer vermuteten politischen Zensur gedeutet, während die im Faktentext genannte Stanford-Untersuchung von rund vier Millionen Suchergebnissen ohne parteiische Bevorzugung kaum zur Kenntnis genommen wird. Die selektive Wahrnehmung bestätigender Einzelfälle wiegt schwerer als die systematische Gegenevidenz.

Der Bestätigungsfehler bezeichnet die Tendenz, Informationen so zu suchen, zu interpretieren und zu erinnern, dass sie bereits bestehende Überzeugungen stützen. Passende Informationen werden dabei oft unkritisch übernommen, während widersprechende Fakten übersehen, abgewertet oder besonders strengen Prüfungen unterzogen werden. Der Effekt betrifft grundsätzlich alle Menschen unabhängig von Bildung oder Intelligenz und wirkt meist unbewusst. Er verstärkt sich, wenn eine Überzeugung emotional bedeutsam oder Teil der eigenen Identität ist.