Das geplante Pandemieabkommen der WHO betont ausdrücklich die Souveränität der Mitgliedstaaten. Die WHO kann keine Lockdowns, Impfpflichten oder andere Maßnahmen in einzelnen Ländern anordnen. Über nationale Maßnahmen entscheiden weiterhin die jeweiligen Regierungen und Parlamente. Der Vertragstext dient der besseren internationalen Zusammenarbeit, nicht einer Weltregierung.
Verfügbarkeitsheuristik
Weil reale Lockdowns und Ausgangssperren aus der Corona-Zeit noch präsent und emotional prägend sind, wirkt die Befürchtung, die WHO könne künftig direkt Lockdowns erzwingen, unmittelbar einleuchtend und wahrscheinlich. Diese leicht abrufbare Erfahrung überschattet, dass der Vertragstext ausdrücklich die Souveränität der einzelnen Staaten festschreibt.
Die Verfügbarkeitsheuristik beschreibt die Tendenz, die Häufigkeit oder Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses danach einzuschätzen, wie leicht einem passende Beispiele dafür einfallen. Ereignisse, die emotional einprägsam, kürzlich erlebt oder medial präsent sind, wirken dadurch häufiger oder wahrscheinlicher, als sie tatsächlich sind. Der Mechanismus wurde von den Psychologen Amos Tversky und Daniel Kahneman beschrieben und zählt zu den grundlegenden kognitiven Heuristiken, mit denen Menschen unter Unsicherheit schnelle Urteile fällen. Da seltene, aber auffällige Ereignisse leichter abrufbar sind als häufige, aber unauffällige, führt die Heuristik systematisch zu Fehleinschätzungen von Risiken.
Beleg zu diesem Mechanismus: