Stammtischbingo
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Parole

Das Recht auf Waffenbesitz ist kein Gesetz sondern wurde von Gott im Garten Eden verordnet

Fakt

Das Recht auf Waffenbesitz steht im zweiten Zusatzartikel der US-Verfassung, der 1791 als Teil der Bill of Rights von Menschen beschlossen und ratifiziert wurde. Es ist damit menschengemachtes Recht, das durch Gerichte ausgelegt und theoretisch geändert werden kann. Ein göttlicher Ursprung im Garten Eden ist frei erfunden und in keinem historischen Dokument belegt. Die US-Verfassung nennt das Volk als Quelle ihrer Autorität.

Psychologischer Hintergrund

Systemrechtfertigung

Der zweite Zusatzartikel ist ein 1791 von Menschen beschlossener und damit grundsätzlich änderbarer Verfassungstext, wird hier aber zu einer göttlichen, zeitlosen Ordnung erklärt. Diese Umdeutung entzieht eine bestehende, historisch gewachsene Regelung jeder legitimen Debatte über Änderung und rechtfertigt den Status quo als sakrosankt statt als politisch gestaltbar.

Nach der Systemrechtfertigungstheorie sind Menschen motiviert, bestehende gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Ordnungen als gerecht und legitim zu verteidigen, teils selbst dann, wenn sie durch diese Ordnung selbst benachteiligt werden. Diese Tendenz erfüllt eine ausgleichende, sogenannte palliative Funktion, sie hilft, die Angst und Verunsicherung zu vermeiden, die mit der Erkenntnis einhergehen würde, dass das eigene System fehlerhaft oder ungerecht sein könnte. Die Rechtfertigung des Status quo dient damit grundlegenden psychologischen Bedürfnissen nach Gewissheit, Sicherheit und sozialer Zugehörigkeit. Die Theorie wurde von John Jost und Kollegen entwickelt und erklärt unter anderem, warum auch Angehörige benachteiligter Gruppen bestehende Verhältnisse mitunter verteidigen.