Bill Gates kauft heimlich das gesamte US-Ackerland um eine Hungersnot und Laborfleisch zu erzwingen
Bill Gates gehört zwar viel Ackerland, nach Medienberichten rund 270.000 Acres, das ist aber nur ein winziger Bruchteil der gesamten US-Agrarfläche und liegt weit unter einem Prozent. Diese Flächen werden weiter verpachtet und konventionell bewirtschaftet. Für einen Plan, damit eine Hungersnot auszulösen oder alle Menschen zum Insektenessen zu zwingen, gibt es keinen Beleg. Die Erzählung verknüpft reale Besitzdaten mit erfundenen Absichten. Die Zahl stammt dabei nicht aus dem Hörensagen: Das private Fachmagazin, das die Rangliste der größten Landbesitzer der USA führt, weist für ihn rund 275.000 Acres landwirtschaftlicher Fläche in 17 Bundesstaaten aus und damit Rang 44 aller Landbesitzer. Größter privater Ackerlandbesitzer zu sein und das Ackerland eines Kontinents zu kontrollieren sind zwei sehr verschiedene Dinge; die US-Agrarfläche ist rund dreitausendmal so groß.
Suendenbock-Mechanismus unter relativer Deprivation
Sorgen über Lebensmittelpreise, Höfesterben und den Wandel der Landwirtschaft, die tatsächlich viele strukturelle Ursachen haben, werden auf eine einzelne, greifbare und wenig sympathische Person verschoben. Dass Gates laut Faktentext tatsächlich nur einen winzigen Bruchteil, weit unter einem Prozent, der US-Agrarfläche besitzt, zeigt, wie unverhältnismäßig die Schuldzuweisung an diesen einen Sündenbock ausfällt.
Relative Deprivation bezeichnet das Gefuehl, im Vergleich zu einer Referenzgruppe oder zu den eigenen Erwartungen benachteiligt zu sein, unabhaengig von der tatsaechlichen materiellen Lage. Dieses Gefuehl erzeugt Frustration, die sich nach der Theorie der Suendenbocksuche nicht gegen die eigentliche, oft zu maechtige oder zu diffuse Ursache richtet, sondern auf ein schwaecheres, greifbares Ziel verschoben wird. Historisch und empirisch zeigt sich dieses Muster besonders in Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit, wenn eine erkennbar andere und wenig durchsetzungsfaehige Gruppe fuer Probleme verantwortlich gemacht wird, die tatsaechlich strukturelle oder komplexe Ursachen haben. Die Schuldzuweisung schuetzt dabei das eigene Selbstbild, weil Rueckschlaege extern statt in der eigenen Verantwortung verortet werden.