Die Behauptung stützt sich auf den Film 2000 Mules, und dessen Kernbeispiel ist vor Gericht zerbrochen. Der dort als Wahlfälscher gezeigte Mark Andrews aus Georgia hatte die Stimmzettel seiner eigenen Familie eingeworfen, was erlaubt ist. Er klagte wegen Verleumdung, das Bundesgericht für den nördlichen Bezirk von Georgia ließ die Klage zur Hauptsache zu, der Vertrieb Salem Media nahm den Film 2024 vom Markt und entschuldigte sich bei ihm. Die im Film verwendeten Mobilfunkdaten sind ohnehin zu ungenau, um einen einzelnen Einwurf einer Person zuzuordnen, und die zuständigen Gremien fanden keinen Hinweis auf veränderte Stimmen.
Illusorische Musterwahrnehmung (Apophänie)
Der Film 2000 Mules deutet ungenaue Mobilfunk-Standortdaten als Beweis für ein koordiniertes Schleusernetzwerk, obwohl diese Daten laut Faktentext gar nicht präzise genug sind, um einzelne Personen einem Einwurf zuzuordnen. Aus letztlich zufälligem Datenrauschen wird so ein bedeutungsvolles Muster konstruiert, das am realen Fall Mark Andrews vor Gericht zusammenbrach, der die Stimmzettel seiner eigenen Familie eingeworfen hatte.
Menschen neigen dazu, in zufälligen oder unzusammenhängenden Informationen bedeutungsvolle Muster und Zusammenhänge zu erkennen, auch wenn keine existieren. Besonders ausgeprägt ist diese Tendenz, wenn Menschen das Gefühl von Kontrolle über ihre Lebenssituation verlieren. Kontrollverlust erhöht nachweislich die Neigung, Bilder in Zufallsrauschen zu sehen, Verschwörungen zu vermuten oder Aberglauben zu entwickeln. Der Mechanismus dient dabei offenbar dazu, ein Gefühl von Ordnung und Vorhersagbarkeit wiederherzustellen.